Im Blickpunkt

Neue Private Altersvorsorge in Deutschland: Alle Details über "Altersvorsorgedepot" und "Frühstart-Rente"

Private Altersvorsorge ist für die meisten Menschen in Deutschland eine existenzielle Notwendigkeit. Aus gutem Grund: Die gesetzliche Rente allein reicht oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Es klafft eine teils große Versorgungslücke, weil die Rente deutlich niedriger ist als das vorherige Erwerbseinkommen. Diese Lücke kann durch private Altersvorsorge geschlossen, zumindest verringert werden. Das neue geförderte „Altersvorsorgedepot“ könnte tatsächlich einen erheblichen Beitrag zur Schließung der Versorgungslücke leisten, weil es in der Hauptsache auf Aktieninvestments setzt. Diese sind statistisch gesehen langfristig die rentabelste Anlageform.

Stand: März 2026 | Autor: Hajo Simons

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Die häufigsten Irrtümer über die gesetzliche Rentenversicherung

Über die gesetzliche Rentenversicherung kursieren seit Jahren erstaunlich viele Halbwahrheiten. Manche halten sich hartnäckig, weil sie im Alltag oft wiederholt werden. Andere entstehen aus Missverständnissen über Beiträge, Rentenbeginn, Rentenhöhe oder Hinterbliebenenleistungen. Gerade weil das Thema eng mit dem eigenen Arbeitsleben und der finanziellen Planung im Alter verbunden ist, wirken einfache Erklärungen schnell plausibel. Doch nicht […]

Private Altersvorsorge in Deutschland: Weshalb sie für viele Menschen unverzichtbar geworden ist

Auf einen Blick

  • Die gesetzliche Rente ist die Grundversorgung im Alter. Sie reicht aber für viele Menschen in Deutschland nicht aus.
  • Bei der geförderten Altersversorgung werden renditeorientierte Investments immer wichtiger.
  • Das "Altersvorsorgedepot" soll alte Fehler vermeiden und Chancen an den Kapitalmärkten eröffnen.

Private Altersvorsorge ist in Deutschland kein Thema für die Außenseiter in unserer Gesellschaft. Für immer mehr Menschen zwischen Flensburg und Füssen gehört Eigenvorsorge fürs Alter längst zur normalen Finanzplanung. Zurecht, denn die gesetzliche Rente allein sichert oft nicht den Lebensstandard, den Menschen aus ihrem Berufsleben kennen. Das deutsche Alterssicherungssystem ruht zwar weiter auf mehreren Säulen, doch gerade die Formen der ergänzenden Eigenvorsorge werden nicht selten kritisiert. Klassische Lebens- und Private Rentenversicherungen kämpfen seit Jahren mit schwachen Erträgen, die Riester-Rente hat viel Vertrauen verloren, und gleichzeitig wächst das Interesse an Fonds, ETF-Sparplänen und anderen kapitalmarktnahen Wegen. Als neue Strategie bei der privaten Altersvorsorge soll das sogenannte Altersvorsorgedepot alte Fehler vermeiden und neue Chancen an den weltweiten Kapitalmärkten eröffnen.

In Deutschland wird Altersvorsorge oft über das Drei-Säulen-Modell definiert: gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung und private Vorsorge. Genau deshalb ist die private Altersvorsorge kein Ad-on für wenige, sondern für viele Erwerbstätige ein fester Bestandteil der späteren Einkommensplanung.

Unser Ratgeber erklärt die wichtigsten Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge in Deutschland ausführlich und ordnet sie ein. Einen Schwerpunkt setzen wir beim Altersvorsorgedepot, weil dieses Modell der mögliche Neustart für die geförderte Eigenvorsorge ist. Nunmehr geht es vor allem um die Frage, welche Form der privaten Altersvorsorge heute sinnvoll erscheint.

Die private Altersvorsorge erfüllt in Deutschland vor allem eine Aufgabe: Sie soll die Lücke zwischen der späteren gesetzlichen Rente und dem Erwerbseinkommen verkleinern, im Idealfall sogar schließen. Diese Lücke fällt von Person zu Person unterschiedlich hoch aus. Sie hängt vom Einkommen, von Erwerbsunterbrechungen, von Phasen einer Teilzeitarbeit, vom Familienstand, von den Wohnkosten und vom gewünschten Lebensstandard im Alter ab. Trotzdem ist der Grundgedanke immer ähnlich. Zusätzliche Vorsorge soll verhindern, dass das bis dato gewohnte Leben im Alter plötzlich nicht mehr zu bezahlen ist.

Bild: bernardbodo/ stock adobe

Der Staat selbst setzt seit Jahren auf das Zusammenspiel mehrerer Säulen. Neben der gesetzlichen Rente sollen betriebliche und private Lösungen dazu beitragen, den Lebensstandard im Alter abzusichern. Genau an dieser Stelle zeigt sich aber auch ein Problem. Viele traditionelle Produkte der privaten Altersvorsorge wirken für Verbraucher unübersichtlich, kostenintensiv oder wenig ertragreich. Damit soll dank des Altersvorsorgedepots Schluss sein.

Und so könnte moderne Altersvorsorge in Deutschland künftig aussehen. Für die Menschen in Deutschland durchaus sinnvoll, ja positiv. Früher ging es bei der geförderten Vorsorge vor allem um Riester. Das hat sich zum Glück geändert. Kapitalmarktnahe Modelle gewinnen zunehmend an Bedeutung, während jahrzehntelang bewährte Produkte zur privaten Altersvorsorge kritischer betrachtet werden.

Private Altersvorsorge in Deutschland: Die Varianten im Überblick

Viele Wege führen nach Rom. Die private Altersvorsorge in Deutschland besteht somit nicht aus einem einzigen Vorsorgeprodukt. Sie ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Wege des Vermögensaufbaus und der finanziellen Absicherung im Ruhestand. Manche Varianten setzen auf Planbarkeit, andere auf Rentabilität und langfristige Ertragschancen. Wieder andere beruhen auf Sachwerten oder steuerlichen Vorteilen. Die passende Lösung hängt stark von Einkommen, Beruf, Familienstand, Risikobereitschaft und verbleibender Ansparzeit ab.

Auf einen Blick

  • Es gibt keinen Einheitsweg, sinnvoll ist meist ein Mix aus mehreren Bausteinen.
  • Kapitalmarkt-orientierte Produkte wie Aktien und ETFs gewinnen zunehmend an Bedeutung.
  • Vorsorgeprodukte wie Private Rentenversicherungen bieten Planbarkeit, haben aber in der Regel vergleichsweise hohe Kosten und wenig Rentabilität.

Private Rentenversicherung als klassischer Weg der Eigenvorsorge

Die private Rentenversicherung zählt zu den ältesten Spielarten der zusätzlichen Altersvorsorge. Das Prinzip ist einfach und verständlich. Über viele Jahre werden Beiträge eingezahlt. Später folgt eine lebenslange monatliche Auszahlung, die Rente, oder eine Kapitalzahlung. Für viele Menschen war diese Form lange attraktiv, weil sie Planungssicherheit vermittelt und einen klaren Rahmen vorgibt.

Bild: Sutthiphong / stock adobe

Heute fällt die Bewertung zurückhaltender aus. Die Schwäche liegt oft in den vergleichsweise hohen Kosten und in den begrenzten Ertragschancen. Insbesondere falls die Verträge lange Laufzeiten haben und gleichzeitig ein erheblicher Teil der Beiträge für Verwaltung, Vertrieb und Sicherungsmechanismen verwendet wird. Für sicherheitsorientierte Menschen kann eine private Rentenpolice weiterhin interessant sein, doch sie ist längst nicht mehr die naheliegende Standardstrategie bei der privaten Altersvorsorge.

Ganz anders beim Altersvorsorgedepot. Diese neue Variante der Eigenvorsorge soll eine Alternative schaffen, die stärker auf Rendite ausgerichtet ist, weniger Kosten verursacht und kaum durch starre Garantievorgaben eingeschränkt wird. Dahinter steht die Überlegung, dass moderne private Altersvorsorge mehr sein muss als nur ein klassisches Versicherungsprodukt.

Kapitalbildende Lebensversicherung als traditionelle Mischform

Die kapitalbildende Lebensversicherung verbindet Sparen und Hinterbliebenenschutz. Ein Teil des Beitrags dient der Absicherung im Todesfall, ein anderer Teil wird angespart. Früher war diese Form der Altersvorsorge weit verbreitet, weil sie als solide und zuverlässig galt. Viele ältere Verträge stammen aus Zeiten, in denen Garantiezinsen noch deutlich höher waren als heute.

Bild: Dilok / stock adobe

Für neue Verträge hat sich das Umfeld verändert. Die Erträge sind vergleichsweise gering, die Struktur ist schwerer zu durchschauen, und die Bindung über viele Jahre passt nicht mehr zu jeder Lebensplanung. Dazu kommt, dass die Flexibilität begrenzt ist. Wer später die Sparrate anpassen oder das Produkt grundlegend verändern möchte, stößt schnell an Grenzen.

Im Vergleich dazu scheint das „Altersvorsorgedepot“ tatsächlich ein moderner Gegenentwurf. Es ist beweglicher, setzt stärker auf die Kapitalmarktentwicklung und kann auf diese Weise einen neuen und moderneren Zugang zur privaten Altersvorsorge eröffnen. Genau deshalb dürfte das „Altersvorsorgedepot“ künftig eine sehr große Rolle bei der Eigenvorsorge fürs Alter spielen.

Riester-Rente: Staatliche gefördert, aber schon seit langem heftig kritisiert

Die Riester-Rente ist nach wie vor die bekannteste Variante der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Das Grundprinzip lautet, dass Eigenbeiträge durch Zulagen und steuerliche Vorteile ergänzt werden. Besonders für Familien mit Kindern kann das Modell unter bestimmten Bedingungen interessant sein.

Bild: skywalk154/ stock adobe

Trotzdem hat die Riester-Rente in den vergangenen Jahren stark an Zustimmung verloren. Viele Menschen empfinden die Regeln als zu kompliziert. Hinzu kommen Kritik an Kosten, geringe Flexibilität und die oft als unattraktiv empfundene Kombination aus staatlicher Förderung und geringen Erträgen. Deshalb steht das Modell heute sinnbildlich für die Schwierigkeiten der alten Förderlogik.

Das soll mit dem Altersvorsorgedepot völlig anders, heisst: besser werden. Zurecht wollte und will die Politik private Altersvorsorge in Deutschland einfacher, günstiger und renditestärker organisieren. Das Altersvorsorgedepot wird dabei nicht nur als neue Möglichkeit zur Eigenvorsorge behandelt, sondern als Neustart der gesamten geförderten privaten Altersvorsorge.

Basisrente oder Rürup-Rente für Selbstständige und Gutverdienende

Die Basisrente, oft Rürup-Rente genannt, richtet sich vor allem an Selbstständige, Freiberufler und Menschen mit höherem Einkommen. Ihr besonderer Reiz liegt in der steuerlichen Behandlung während der Ansparphase. Beiträge können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden, was diese Form der Altersvorsorge vor allem für bestimmte Berufsgruppen interessant macht.

Bild: MQ-Illustrations/ stock adobe

Die Kehrseite liegt in der vergleichsweise geringen Flexibilität. Das angesparte Kapital ist stark an den Vorsorgezweck gebunden. Eine freie Verfügbarkeit wie etwa bei Aktien oder einem Fondsdepot gibt es nicht. Auch eine vorzeitige Verfügbarkeit des Kapitals ist in der Regel nicht vorgesehen. Damit eignet sich die Basisrente eher für Menschen, die sehr gezielt für das Alter sparen wollen und die mangelnde Flexibilität hinnehmen.

Beim Altersvorsorgedepot als geförderte Anlage zur privaten Altersvorsorge spielt die Basisrente eher indirekt eine Rolle. Das Altersvorsorgedepot soll breite Bevölkerungsschichten ansprechen und als alltagstaugliche, gut verständliche Vorsorgelösung. Genau dies macht das Altersvorsorgedepot so attraktiv.

ETF-Sparpläne und Fondsdepots zum langfristigen Vermögensaufbau für den Ruhestand

ETF-Sparpläne gehören inzwischen zu den bekanntesten Anlageformen zur privaten Altersvorsorge. Sie letztlich breit gestreute Fonds, die in der Regel einen Index wie den deutschen Dax oder den globalen MSCI World nachbilden. Dadurch entstehen in vielen Fällen geringere Kosten als bei aktiv verwalteten Fonds. Gleichzeitig bleibt die Anlage transparent und einfach nachvollziehbar.

Bild: Frank H./ stock adobe

Für langfristigen Vermögensaufbau bieten ETF-Sparpläne deutliche Vorteile. Die regelmäßige Einzahlung sorgt für Disziplin, die breite Streuung reduziert das Risiko hoher (meist vorübergehender) Verluste. Und über viele Jahre können die Gewinnchancen an den Kapitalmärkten genutzt werden. Genau deshalb setzen immer mehr Menschen bei der privaten Altersvorsorge auf ETFs und ähnliche Fondslösungen.

Das Altersvorsorgedepot zur privaten Eigenvorsorge knüpft direkt an diese Entwicklung an. Es verbindet die Idee eines geförderten Vorsorgedepots mit kapitalmarktorientierter Investments. Vereinfacht gesagt soll es die staatliche Förderung mit der Logik langfristigen Investierens zusammenbringen. Das erklärt, warum das Altersvorsorgedepot als sinnvoller Neustart in die staatlich geförderte Altersvorsorge gilt.

Aktien als gewinnträchtige, aber anspruchsvolle und auch riskante Anlageform

Auch Einzelaktien können Teil einer privaten Altersvorsorge sein. Sie bieten die Möglichkeit, sich direkt an Unternehmen zu beteiligen und von der möglichen Kursentwicklung sowie von Dividenden zu profitieren. Gleichzeitig verlangen sie mehr Wissen, mehr Disziplin und eine höhere Bereitschaft, Kursschwankungen und demnach auch Verlustrisiken auszuhalten.

Bild: mapo/ stock adobe

Für manche Anleger können ein Aktieninvestments sinnvoll sein, vor allem, sobald ausreichend Erfahrung und auch eine gewisse Risikobereitschaft vorhanden sind. Die breite Streuung des eigenen Kapitals in möglichst viele unterschiedliche Aktien sollte allerdings beachtet werden. Für viele Menschen sind jedoch Investmentfonds und ETF-Sparpläne der einfachere Weg. Das liegt vor allem daran, dass Einzelaktien stärkere Ausschläge zeigen können und damit für den langfristigen Vermögensaufbau mehr Aufmerksamkeit erfordern.

Deshalb stehen beim Altersvorsorgedepot nicht Einzelaktien im Vordergrund, sondern ETFs aufgrund ihrer breiten Streuung, die das Anlagerisiko spürbar dämpfen kann. Das Altersvorsorgedepot ist deshalb eine standardisierte, zugleich sinnvolle Lösung für viele Sparer und keine Plattform für spekulative Einzelinvestments in Aktien.

Immobilien können ein Baustein der eigenen Altersvorsorge sein

Wohneigentum spielt in Deutschland für viele Haushalte eine große Rolle. Eine schuldenfreie, selbst genutzte Immobilie kann im Ruhestand die laufenden Wohnkosten deutlich senken. Vermietete Objekte können zusätzliche Einnahmen schaffen. Deshalb gelten Immobilien für viele Menschen als fester Bestandteil ihrer Altersabsicherung.

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Trotzdem ist die Immobilie kein einfacher Alleskönner. Kaufpreis, Finanzierung, Modernisierung, Instandhaltung und regionale Marktbewegungen müssen beachtet werden. Eine Immobilie bindet viel Kapital und lässt sich nicht im Handumdrehen, anders als etwa ein Wertpapierdepot, zu Geld machen. Zudem hängt ihr Wert stark von der konkreten und der langfristigen Entwicklung des Immobilienmarktes ab.

Beim Altersvorsorgedepot darf das angesparte Kapital, ähnlich wie bei der Riester-Rente (Wohn-Riester), zur (Teil)Entschuldung eines Eigenheims eingesetzt werden. Auch deshalb dürfte das Altersvorsorgedepot als Riester 2.0 deutlich attraktiver sein als der ältere Bruder.

Bankprodukte für die private Altersvorsorge

Viele Menschen sorgen fürs Alter vor, ohne ein spezielles Altersvorsorgeprodukt abzuschließen. Sie sparen regelmäßig auf Tagesgeldkonten, Festgeld, Sparkonten oder auch Banksparplänen. Der Vorteil liegt in der Übersichtlichkeit. Das Geld bleibt, sofern man es nicht längerfristig angelegt hat, recht schnell verfügbar. Dank der EU-Einlagensicherung (maximal 100.000 Euro). Sind auch höhere Ersparnisse nach menschlichem Ermessen sehr sicher aufgehoben.

Bild: M. Schuppich / stock adobe

Langfristig zeigt sich jedoch ein Problem. Falls die Zinsen niedrig sind und die Preise steigen, verliert das angesparte Kapital an Kaufkraft. Für eine langfristige Altersvorsorge reicht reines Ansparen auf kaum verzinsten Konten deshalb oft nicht aus. Gerade deshalb betonen die Befürworter des Altersvorsorgedepots die Renditechancen dieser Form der privaten Altersvorsorge. Eigene Vorsorge, die sich auf die Kapitalmärkte konzentriert, kann viel stärker als herkömmliche Versicherungslösungen und Sparprodukte von Banken  und Sparkassen vom wirtschaftlichen Wachstum profitieren.

Altersvorsorgedepot: Strategie, staatliche Förderung, Nutzen für Verbraucher

Auf einen Blick

  • Das Altersvorsorgedepot kombiniert staatliche Förderung mit Kapitalmarkt-orientierter Geldanlage.
  • Es geht um: Rendite, Sicherheit, Risiken, Kosten und Transparenz.
  • Anleger sollten möglichst langfristig vorsorgen, um die Gewinnchancen wahrzunehmen.

Die im Jahr 2024 auf Eis gelegte Reform der privaten Altersvorsorge ist heute, im Jahr 2026, wieder aktuell. Doch Schwarz-Rot diskutiert nicht mehr, sondern hat sich bereits auf einen Nachfolger für die gescheiterte Riester-Rente geeinigt. Der Bundestag beschloss Ende März 2026 das Altersvorsorgedepot als neue Möglichkeit der privaten Altersvorsorge. Es fehlt noch die Zustimmung des Bundesrates, damit diese Form der privaten Altersvorsorge am 1. Januar 2027 Wirklichkeit werden kann.

Der Grundgedanke ist, die private Altersvorsorge auch für Geringverdiener und Selbstständige mit attraktiveren Zulagen lohnender zu machen. Die Geldanlage zur Eigenvorsorge soll nun stärker an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilhaben als viele ältere Vorsorgeprodukte. Die Rentenreform sorgt für Zündstoff in der Bevölkerung und bei den Parteien. Die politische Diskussion um das Altersvorsorgedepot war und ist deshalb so intensiv, weil hier mehrere Aspekte zusammenkommen.

Bild: A2Z AI / stock adobe

Erstens geht es um Renditen am Kapitalmarkt. Mithilfe börsengehandelter Indexfonds, den ETFs (Exchange Traded Funds), können langfristig vergleichsweise hohe Renditen erzielt werden. Zweitens geht es bei der Diskussion um die Sicherheit, denn Garantien gibt es für die erhofften hohen Renditen nicht. Drittens geht es um Kosten, welche die Erträge mindern.

Viertens stehen die Verständlichkeit und Transparenz auf der Agenda. Viele Menschen wünschen sich eine private Altersvorsorge, die einfacher nachzuvollziehen ist als komplizierte Versicherungspolicen oder auch die Riester-Rente. Zugleich soll die neue Art der privaten Altersvorsorge aber nicht auf Wachstum verzichten. Genau in dieser Spannbreite bewegt sich das geplante Altersvorsorgedepot.

Befürworter sehen im Altersvorsorgedepot einen überfälligen Modernisierungsschritt. Sie argumentieren, dass langfristige Altersvorsorge sich mehr an den Entwicklungen der Kapitalmärkte orientieren sollten.

Kritische Stimmen verweisen dagegen auf Kursschwankungen und auf mögliche Fehlanreize im Vertrieb. Zudem besteht die Gefahr, dass auch ein neues Produkt am Ende wieder zu teuer wird, denn ähnlich dem Zinseszinseffekt gibt es bei den Kosten den immer größer werdenden Kosten-Kosten-Effekt. Dadurch kommt nur ein Teil der erhofften hohen Renditen beim Sparer an. Zweifel entstehen auch bei der Verständlichkeit des Altersvorsorgedepots. Kritiker meinen, dass es zu komplex werden könnte.

Altersvorsorgedepot: Das sind alle Details

„Altersvorsorgedepot“ – dieser Begriff ist seit dem Jahr 2024 in aller Munde. Die Diskussion rund um die neue Möglichkeit der Privatvorsorge nahm erst jetzt bei der Regierung ein vorläufiges Ende. Denn Ende des Monats März 2026 einigte sich die schwarz-rote Regierung auf den Nachfolger der Riester-Rente. Doch ist vielen Bürgern und Politikern noch nicht klar, ob die grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge eher eine Chance oder ein Risiko bedeutet.

Bild: Tahubulat / stock adobe

Die Regierung möchte mit der Reform der Altersvorsorge den Bürgern mehr Sicherheit bieten. Klar ist wohl jedem, der sich mit seiner späteren Rente befasst hat, dass die Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten.

Deshalb ist jeder Bürger angehalten, private Möglichkeiten zu nutzen, um die Rente zu erhöhen. Ein zunächst vielversprechendes Modell war die Riester-Rente, die der Staat mit Zulagen und Steuervorteilen fördert. Die eingezahlten Beträge bleiben den Bürgern zu hundert Prozent erhalten.

Trotz dieser Sicherheit ist die Riester-Rente wenig beliebt, denn die Kosten für den Abschluss der Versicherung sowie die Verwaltungskosten sind vergleichsweise hoch. Folglich wurden viele der Verträge bereits gekündigt.

Die bisherige Form der privaten Altersvorsorge, die künftig teilweise beibehalten wird, bringt wenig Rendite. Die Schuld daran trägt die hundertprozentige Garantie. Diese verhindert, dass Versicherer die Beiträge gewinnbringend am Kapitalmarkt anbringen können. Abhilfe schaffen soll eine zusätzliche Variante, die immerhin achtzig Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert. Dadurch bleibt dem Versicherer mehr Spielraum für gewinnbringende Anlagen am Kapitalmarkt.

Zu diesen beiden Wahlmöglichkeiten kommt eine dritte Variante hinzu: das Altersvorsorgedepot, bei dem der Bürger sein Geld in ETFs am Kapitalmarkt anlegt. Der Vorteil liegt in den möglichen hohen Renditen. Das Risiko für den Anleger besteht darin, dass es für ihn keine Garantien gibt.

Kritiker sehen hier wie bei der Riester-Rente hohe Kosten auf die Bürger zukommen. Deshalb beschloss der Bundestag, diese auf ein Prozent der Effektivkosten zu deckeln.

Um die Kosten gering zu halten, steht ein Standarddepot zur Debatte, das von Finanzdienstleistern, aber auch von einem öffentlichen Träger angeboten werden kann. Die Verbraucherzentrale begrüßt das kostengünstige und renditestarke Produkt und sieht es als Meilenstein für die Verbraucher. Kritikerstimmen fordern stattdessen eine auskömmliche gesetzliche Rente.

Bild: Hyusein / stock adobe

Nachdem der Bundesrat der Reform der privaten Altersvorsorge ebenfalls zugestimmt hat, sollen die Bürger ab Januar 2027 Geld vom Staat erhalten. Dieser gibt künftig für Beträge bis 360 Euro jährlich 50 Cent pro Euro dazu (Grundzulage). Zahlen die Bürger mehr ein, erhalten sie für jeden Euro, der zwischen 360 und 1.800 Euro liegt, 25 Cent Förderung. Für Sparer, die nur 30 oder weniger Euro einzahlen können, ist die neue private Altersvorsorge eine Chance.

Zahlen Eltern für ihre Kinder monatlich mindestens 25 Euro ein, erhalten sie den kompletten Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind.

Wer in einem größeren Rahmen vorsorgen möchte, kann dies bis zu einer Höchstgrenze von 6.840 Euro pro Vertrag tun. Möglich sind zwei Verträge. Förderbar sind jedoch nur höchstens 1.800 Euro. Dies trifft auch zu, wenn Sie einen zweiten Vertrag abschließen.

Zusätzlich profitieren die bisher nicht geförderten Selbstständigen von der Reform der privaten Altersvorsorge. Denn ab Januar 2027 können auch sie vom neuen Vorsorgeprodukt profitieren.

Die Förderung für das Altersvorsorgedepot fließt durch Zulagen direkt in das Depot und erhöht auf diese Weise seinen Wert. Alternativ fördert der Staat das Depot über eine Steuerersparnis, indem der Anleger diese über eine Steuererklärung geltend macht. Hier wird eine sogenannte Günstigerprüfung vorgenommen

Möchten Anleger, die einst einen Riester-Vertrag unterschrieben haben, mit einem Vorsorgedepot höhere Renditen erzielen, können sie dies ohne Weiteres tun. Die bisherige Förderung brauchen Sie deshalb nicht zurückzahlen. Der Nachteil: Es können Wechselgebühren, Kosten für den Abschluss und gesetzlich gedeckelte Vertriebskosten anfallen.

Das Altersvorsorgedepot besteht aus einer Einzahl- und einer Auszahlphase. Synonyme Begriffe sind die Anspar- und Auszahlphase. In der Ansparphase zahlt der Bürger in das Depot ein und erhält eine Rendite. In der Auszahlphase erhält der Anleger sein Geld zurück.

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Auch gibt es eine Wahlmöglichkeit. Der Anleger entscheidet sich entweder für eine lebenslange Rentenzahlung oder für einen Auszahlungsplan, der bis zu einem Alter von mindestens 85 Jahren reicht. Welche Variante besser ist, hängt vom individuellen Gesundheitszustand und den persönlichen Präferenzen ab.

Zudem erhält jeder, der sein Geld in einem Altersvorsorgedepot angelegt hat, die Möglichkeit der Teilkapitalisierung. Mit dieser kann er sich bis zu 30 Prozent des Depotwertes auf einmal auszahlen lassen. Die Einmalzahlung ist zu versteuern. Hinweis: In der Einzahlphase fallen keine Steuern an.

 

Altersvorsorgedepot: weitere wichtige Einzelheiten im Überblick

Mit dem Aus der Riester-Rente ändern sich die Möglichkeiten der privaten Vorsorge. Eine von ihnen ist das Ansparen von Geldern über ein Altersvorsorgedepot. Bei der Riester-Rente war es so, dass Selbstständige dazu keinen Zugang hatten. Wie sieht das bei der neuen privaten Altersvorsorge aus? Wer ist förderberechtigt und wer nicht? Außerdem kommt die Frage auf, wie die Auszahlungen aus dem Depot versteuert werden.

Bild: hkmedia / stock adobe

Die Eröffnung eines Altersvorsorgedepots ist jedem möglich, der noch keine Altersrente bezieht. Jedoch erhält nicht jeder Anleger Förderungen vom Staat.

Um förderberechtigt zu sein, muss dieser als Arbeitnehmer einer geregelten Arbeit nachgehen. Selbstständige erhalten ebenfalls Förderungen, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Zudem darf der Förderberechtigte das 67. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Eine weitere Voraussetzung für Selbstständige ist, dass sie jährlich eine Steuererklärung abgeben.

Förderberechtigt sind zudem Landwirte, Soldaten, Richter, Beamte und Auszubildende. Eine Förderung erhalten außerdem jobbende Studenten sowie Mini- und Midijobber. Bei diesen Gruppen ist für die Förderung Voraussetzung, dass sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Zudem sind Mitglieder eines berufsständischen Versorgungswerkes förderfähig.

Ihre private Altersvorsorge durch Zuschüsse vom Staat erhöhen dürfen zudem Bürgergeldempfänger, die vor dem Bezug der Sozialleistung in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Auch wer Mitglied der Künstlersozialkasse ist, hat Anspruch auf eine Förderung. In diesen Genuss kommen zudem Frührentner sowie Pflegepersonen, die einen Angehörigen mit der Pflegestufe 2 betreuen. Die Betreuungszeit muss wöchentlich mindestens zehn Stunden betragen. Förderfähig ist außerdem, wer Krankengeld oder Übergangsgeld bezieht oder sich in Elternzeit befindet.

Beim Lesen dieser Aufzählung der förderfähigen Personen kommt die Frage auf, wer eigentlich nicht bei seiner privaten Altersvorsorge über ein Altersvorsorgedepot gefördert wird. Zu den nicht förderfähigen Personen zählen Hausmänner und Hausfrauen sowie Minijobber mit einer Befreiung von der Rentenversicherung.

Wo Gelder fließen, hält der Staat die Hand auf. Bei der privaten Altersvorsorge ist dies zunächst anders. Solange der Bürger in das Altersvorsorgedepot einzahlt, braucht er für die angesparten Beträge und Renditen keine Steuern zu bezahlen.

Endet die Ansparphase, geht sie in die Auszahlphase über. Ab diesem Zeitpunkt muss der Rentenbezieher die Zahlungen aus dem Altersvorsorgedepot versteuern. Über welches Verfahren dies geschieht, hängt davon ab, wie viel der Bürger eingezahlt hat. Die gewählte Auszahlvariante ist bei der Besteuerung nicht relevant.

Bild: FotoBob / stock adobe

Hat der Sparer nicht mehr als 1.800 Euro im Jahr für seine Rente über das Altersvorsorgedepot angespart, setzt sich sein dortiges Guthaben aus den förderfähigen Einzahlungen, aus den vom Staat erhaltenen Zulagen und aus den erzielten Renditen zusammen. Beginnen die Auszahlungen, versteuert der Anleger seine monatlich ausgezahlten Zusatzrenten aus dem Altersvorsorgedepot mit seinem persönlichen Steuersatz.

Jedoch ist es möglich, über den förderfähigen Betrag hinaus Gelder anzusparen. Pro Vertrag sind bis zu einer Gesamtsumme von 6.840 Euro erlaubt. Bei Ansparsummen, die 1.800 Euro überschreiten, ändert sich die Besteuerung. Für die 5.040 Euro, die mehr eingezahlt wurden, erhält der Steuerpflichtige ebenfalls Renditen. In der Auszahlphase bestehen die monatlichen Zusatzrenten aus einem prozentualen Anteil dessen, was er eingezahlt hat, und einem Anteil an seinen Renditen. Für die Gewinne gilt die Ertragsanteilsbesteuerung.

Bei der Ertragsanteilsbesteuerung entscheidet das Alter des Steuerpflichtigen über die Höhe des Steuersatzes. Ist dieser zu Beginn der Auszahlphase unter 67 Jahre alt, zahlt er für seine Renditen 18 Prozent Steuern. Tritt der Steuerpflichtige jedoch erst mit 67 Jahren oder zu einem späteren Zeitpunkt in die Auszahlphase ein, beträgt der Steuersatz 17 Prozent. Im Verlauf der Auszahlphase ändert sich der Steuersatz nicht.

Lässt sich der steuerpflichtige Rentner das Guthaben, das er durch seine zusätzlichen Zahlungen von bis zu 5.040 Euro jährlich angehäuft hat, in einer Summe auszahlen, gilt das Halbeinkünfteverfahren. Voraussetzung dafür ist, dass der Vertrag beim Eintritt in die Auszahlphase mindestens zwölf Jahre bestand. Bei dieser Variante der Besteuerung braucht der Steuerpflichtige nur die Hälfte seiner Erträge mit seinem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

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Lief der Vertrag kürzer als zwölf Jahre, greift das Halbeinkünfteverfahren nicht. In diesem Fall fällt eine Abgeltungssteuer an. Diese berechnet sich aus den Gewinnen, die sich jedes Jahr aus der 1.800 Euro übersteigenden Sparsumme ergaben. Die Abgeltungssteuer belastet den Steuerzahler in hohem Maß, denn sie beträgt 25 Prozent. Zudem muss der Steuerpflichtige einen Solidaritätszuschlag zahlen und möglicherweise Kirchensteuer. Positiv: Die Abgeltungssteuer ist eine Steuervorauszahlung, die mit der gesamten Steuerschuld aus sämtlichen Einkunftsarten verrechnet werden darf.  Die Einmalauszahlung wirkt sich bei einer kurzen Vertragsdauer steuerlich ebenso aus, wie es bei einer Entnahme aus einem klassischen Depot üblich ist.

Strategie zur private Altersvorsorge: an eigene Bedürfnisse und an der Zukunftsplanung orientieren

Eine durchdachte und kluge Strategie zur privaten Altersvorsorge besteht so gut wie nie aus nur einem einzigen Baustein. Häufig passt eine Kombination besser. Jüngere Erwerbstätige mit langem Anlagehorizont setzen vorzugsweise etwa Fonds- oder ETF-Sparpläne oder künftig vielleicht auf ein Altersvorsorgedepot, weil diese Anlageformen Kursschwankungen an den Aktienmärkten über viele Jahre eher auffangen können. Familien mit Förderanspruch prüfen klassische Zulagenmodelle. Selbstständige denken eher an die Basisrente. Sicherheitsorientierte Haushalte bevorzugen manchmal garantienahe Vorsorgeprodukte oder Wohneigentum.

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Das Altersvorsorgedepot soll keine Vorsorgestrategie für Fachleute oder Vermögende sein, sondern als breiter zugänglicher Weg der privaten Altersvorsorge verstanden werden. Ob das in der Praxis gelingt, hängt jedoch stark von der endgültigen Ausgestaltung ab.

Trotz aller politischen Aufmerksamkeit bleibt die Auswahl individuell. Ein freies ETF-Depot kann für manche sinnvoller sein als ein gefördertes Altersvorsorgedepot, wenn maximale Flexibilität gewünscht wird. Für andere kann gerade die staatliche Förderung den Ausschlag geben. Wieder andere setzen auf Eigentum, betriebliche Vorsorge und ergänzendes Fondssparen zugleich. Die für alle passende Strategie zur privaten Altersvorsorge gibt es deshalb nicht. Entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse sowie die Zukunftsplanung.

Frühstart-Rente: die wichtigten Details im Überblick

Mit der Altersvorsorge sollten die Bürger in Deutschland früh beginnen, um im Alter den Lebensstandard halten zu können. Deshalb plant die Bundesregierung mit der Einführung einer Frühstart-Rente, Eltern dabei zu unterstützen, privat für ihre Kinder vorzusorgen.

Mit der Einführung der Frühstart-Rente verfolgt die Bundesregierung das Ziel, dass Eltern ein Startkapital für die private Altersvorsorge ihrer Kinder ansparen. Einen Anreiz dazu schafft der Staat mit einem monatlichen Zuschuss von 10 Euro. Daraus kann sich bis zum 18. Lebensjahr ein beachtliches Vorsorgekapital ergeben.

Um dieses aufzustocken, sollten Eltern oder Dritte das Kapital mit eigenen Beiträgen erhöhen. Jedoch ist geplant, dass alle Kinder davon profitieren, unabhängig von der Bereitschaft oder der Möglichkeit der Eltern, zur privaten Altersvorsorge ihrer Kinder etwas beizutragen. Eröffnen die volljährigen Kinder oder die Eltern später nachträglich ein Altersvorsorgedepot, ist das Geld nicht verloren. Der Staat zahlt das bis dahin in einer Auffanglösung gesammelte Geld in das Depot ein.

Anspruch auf die Frühstart-Rente haben alle Kinder und Jugendlichen vom 6. bis zum 18. Lebensjahr, die in Deutschland eine Schule besuchen. Noch nicht entschieden ist die Möglichkeit, die Frühstart-Rente an den Wohnsitz in Deutschland und an den Kindergeldbezug zu knüpfen.

Das Bundesfinanzministerium rät Eltern dazu, für die Frühstart-Rente ein „individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ zu eröffnen. Darauf zahlt der Staat monatlich die Zuschüsse ein. Eltern oder Dritte erhöhen das Startkapital durch eigene Beiträge bis zum 18. Lebensjahr des Kindes oder darüber hinaus.

Die Bundesregierung ist sich einig, dass die Frühstart-Rente ab dem 1. Januar 2027 starten soll. Die Zuschüsse erhalten schulpflichtige Kinder jedoch rückwirkend zum 1. Januar 2026. Mit dem Start des Programms bekommen die Zuschüsse zunächst Kinder, die ab dem Jahr 2020 geboren wurden. In den Folgejahren profitieren immer mehr Kinder, die das sechste Lebensjahr vollendet haben, von der neuen Regelung. Ab dem Jahr 2029 erhalten sämtliche Kinder und Jugendlichen ab einem Alter von sechs Jahren die Frühstart-Rente, auch wenn sie bis dahin nicht berücksichtigt wurden.

Müssen Eltern Steuern auf die Erträge aus der Frühstart-Rente zahlen? Nein, damit verhält es sich ebenso wie bei einem Altersvorsorgedepot, das erst im Erwachsenenalter eröffnet wurde. In der Einzahlungsphase sind alle Erträge von der Steuer befreit. Steuerpflichtig sind diese erst in der Auszahlungsphase, sobald also der Depotinhaber seine private Zusatzrente beansprucht.

Private Altersvorsorge: typische Fehler bei Produktauswahl und Vermögensaufbau

Auf einen Blick

  • Zu später Start und zu geringe Sparraten kosten langfristig Rendite.
  • Kosten und Risikostruktur müssen transparent sein und vor Vertragsabschluss verstanden werden.
  • Hohe Sicherheit ist langfristig ein Renditekiller.

Viele Fehler entstehen schon beim Einstieg in die private Altersvorsorge. Häufig wird zu spät begonnen, die Sparrate bleibt zu klein oder ein Vertrag mit zu hohen Kosten wird abgeschlossen. Gerade über lange Zeiträume wirkt sich das spürbar negativ aus. Hohe Gebühren, ungeeignete Risikostrukturen oder mangelnde Streuung können das spätere Vermögen deutlich mindern oder aber den Vermögensaufbau spürbar dämpfen.

Bild: FreierAlsJeder / stock adobe

Ein weiterer Fehler liegt in der Verwechslung von subjektivem Sicherheitsgefühl mit tatsächlicher Vorsorgequalität. Ein Produkt zur privaten Altersvorsorge kann auf den ersten Blick durchaus überzeugen, trotzdem für den langfristigen Vermögensaufbau, insbesondere für den Erhalt der künftigen Kaufkraft, ungeeignet sein. Umgekehrt kann ein Depot mit Aktien, Aktienfonds oder ETFs auf Aktienindices vorübergehend schwanken, doch langfristig einen sehr guten Vermögenszuwachs bieten, der höher ist als der Inflations-bedingte Kaufkraftverlust.

Auch das Aufschieben der Geldanlage zum Zweck der privaten Altersvorsorge ist problematisch. Viele Menschen beschäftigen sich erst spät mit ihrer Altersvorsorge, obwohl gerade der frühe Beginn auf Dauer sehr erfolgreich ist. Wer viele Jahre Geld für sich arbeiten lässt, muss dank des Zinseszins-Effekts oft monatlich deutlich weniger zurücklegen als jemand, der erst kurz vor dem Ruhestand startet.

Fazit zur geförderter privaten Altersvorsorge in Deutschland: Neubeginn mit "Altersvorsorgedepot" und "Frühstart-Rente"

Mit dem „Altersvorsorgedepot“ und der „Frühstart-Rente“ beginnt für die private Altersvorsorge in Deutschland eine neue Ära. Das Vertrauen in manche ältere Produktarten ist geschwächt, gleichzeitig wächst das Interesse an verständlichen, kostengünstigen und rentablen Vorsorgestrategien. Das „Altersvorsorgedepot“ ist ein sinnvoller neuer Baustein der geförderten privaten Altersvorsorge. Es soll staatliche Förderung mit den Chancen langfristiger Aktieninvestments verbinden und damit einen anderen Weg eröffnen als viele bisher bekannte Produkte. Vergleichbares gilt für die „Frühstart-Rente“. Ob daraus tatsächlich ein überzeugender Neustart wird, hängt vor allem davon ab, wie verbrauchernah, klar und bezahlbar das alles am Ende ausgestaltet wird.

Bild: magele-picture / stock adobe

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist entscheidend, die eigene Vorsorge nicht auf ein einziges Produkt zu reduzieren. In Deutschland gibt es viele Wege der privaten Altersvorsorge: private Rentenversicherung, Lebensversicherung, Riester-Rente, Basisrente, ETFs, Aktien und Aktienfonds sowie auch Immobilien und herkömmliche Bankprodukte. Altersvorsorgedepot und FRühstart-Rente könnten weitere wichtige Bausteine sein.